Elisa Lerchbaum Elisa Lerchbaum

Elisa Lerchbaum

Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit in einem Bildsujet zu vereinen, ist das zentrale Thema dieser Arbeit. Die Bilder der Serie positionieren sich jenseits von Raum und Zeit und lassen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Architekturaufnahmen repräsentieren den Status Quo des österreichischen Stadtbildes. Durchleuchtende Illustrationen stellen extrahierte Teile der Zukunfts-Architektur aus Science-Fiction-Filmen des letzten Jahrhunderts dar. Insbesondere in den 50er- und 60er-Jahren war die Zukunft noch ein Ort der kollektiven Sehnsucht. Die Fortschreibung des Wirtschaftswundergefühls in eine Technikzukunft lässt die Vision einer Zeit entstehen, in der alles schneller, gesünder, größer und friedlicher ist. Heute blickt man mit Furcht, Zweifel und Ungewissheit in die Zukunft. Das Science-Fiction Gebäude wird in das heutige Szenario integriert. Auch die weichen Linien begünstigen eine Verschmelzung der zwei Elemente zu einem Bild. Umrahmt wird die Aufnahme von einem schwarzen Rahmen, wie er auch bei echten Weltraumaufnahmen von Raumsonden der NASA entsteht. Zusätzlich mit den exakt angegebenen Geo-, Zeit- und Kameradaten wird eine weitere ästhetische Parallele zur Erforschung des Universums gezogen. Die Wissenschaft fungiert als Schnittstelle zwischen den drei Zeitebenen. Einerseits sind Koordinaten sehr konkret, andererseits trotzdem verschlüsselte Codes. Die meisten Menschen werden aufgrund von Dezimalgraden nicht wissen, wo sich besagter Ort befindet.
Bestenfalls verleitet diese Arbeit den Betrachter dazu, seine eigenen Erwartungen an das „Morgen“ zu überdenken. Letztendlich stellt sich die Frage: „Wie möchte man etwas in Zukunft besser machen, wenn man keine Vorstellung hat, wie „Besser“ aussehen soll?“

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