mir fehlen die Bilder

DIETER ANDERLE

Es war gut, es war sehr gut! Das Abenteuer Photo Award hat sich ausgezahlt! Dass die Zusammenarbeit mit

Johannes Wegerbauer, die letztes Jahr begonnen hat, ein herzeigbares Ergebnis bringen wird, war mir schon bei unserer ersten Begegnung klar. Dass der blue eye photo award aber zum Erfolg wird, war doch überraschend und gleichzeitig unglaublich motivierend für das, was weiter folgen soll. Die Ausstellung, der Katalog, die Preisverleihung, die Resonanz, alles hat die Erwartungen gesprengt und das Erhoffte bei weitem übertroffen. Eine Kunstveranstaltung mit Jubel junger Kunstinteressierter erleben zu dürfen, freut einen, in einem Metier, zu dem sonst eher die etablierte Gesellschaft Zugang findet. Es war jung, erfrischend, cool!

Nun geht es darum, neue Impulse zu setzen, den Award bekannter und dadurch attraktiver zu machen. Die Sprache, das Wort in die Fotografie einzubinden war heuer unser Ziel. Die ausgearbeiteten Kunstwerke sind bereits fertiggestellt. Es kam zu faszinierenden, überraschenden Ergebnissen, die die Vielfalt, die Kunst und im Speziellen die Fotografie zu bieten hat, wunderbar widerspiegelt.

Das Wagnis hat sich gelohnt, lohnt sich und wird sich weiterhin lohnen. Die Linzer Kunstszene zu fördern macht Spaß, es zeigt sich, wie viel Potential in ihr steckt. Dieses herauszukitzeln und der Öffentlichkeit zeigen zu können ist jede Minute Einsatz wert.

 

Johannes Wegerbauer

Tagträume, Bilder jagen durch den Kopf – Wortfetzen bleiben verstanden oder unverstanden im Kopf hängen – Makulaturen gleich – Filter werden eingeschaltet – wo ist mein Fallschirm nur – Achtung – Moment, der letzte Engel rennt, sang Falco. Worte stülpen sich über Bilder – heraus kommt etwas Neues – formt sich – und am Ende ist man klüger oder noch verwirrter – aber was spielt das schon für eine Rolle.

Teil 2 unseres Fotoprojekts. Tina Frank (»mir fehlen die Bilder« © by Tina) und Peter Hauenschild leisteten mit ihrem analytischen Hinterfragen der Bilder und der Worte wertvolle Arbeit, damit die fotografischen Arbeiten der Studierenden so sind wie sie eben sind – einfach bestens. Wir können mit Recht stolz sein auf das foto-grafische Schaffen der jungen Szene in Linz. Es macht Hunger auf mehr!

Danke für deinen Einsatz, Dieter, und ich freue mich über unsere Zusammenarbeit!

 

Tina Frank

Die Aufgabenstellung für den diesjährigen Photo Award war für unsere Studierenden eine große Herausforderung. Es ging um Text und Bild, um eine Gegenüberstellung, vielmehr um eine gemeinsame Untersuchung zweier Elemente, die sich in der Fotografie oft nur vorsichtig annähern, scheint doch das eine darin nicht wirklich vorzukommen.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Wer braucht heute schon den Text, wenn wir mit Hilfe von Instant Fotografie aus dem Smartphone auf Community Plattformen im Internet miteinander kommunizieren und kaum einer mehr lange Texte lesen will.

Aber ein Bild mit 1000 Worten sagt mehr als zwei Bilder oder 2000 Worte, wie bereits Andrew Gelman und Antony Unwin bemerkten. Denn erst der Text gibt dem Bild seinen Kontext. Das eine kann das andere unterstützen, manchmal auch aushebeln. Die beiden Elemente gemeinsam eröffnen einen großen Raum – für Gedankenspiele, für das Sublime, zum Nachdenken, zum Verweilen.

Ich finde, das ist unseren Studierenden gut gelungen:

jede Arbeit trägt etwas in sich, das anregt, reflektiert zu werden. Es war eine spannende Zeit mit Peter Hauenschild, Brigitte Höfler und Johannes Wegerbauer, in der wir unsere Studierenden begleiten und in der die einzelnen Werke heranreifen und wachsen konnten. Dr. Dieter Anderle gibt unseren Studierenden mit dem Photo Award die Möglichkeit, die ersten Schritte ihrer künstlerischen Laufbahn mit einem Publikum zu teilen, das diese Auseinandersetzung interessiert. Vielen Dank für diesen Kontakt zur Öffentlichkeit.

 

Ilse Haider

Dem Vorschlag von Herrn Dr. Anderle an der Jury des von ihm ins Leben gerufenen Foto-Wettbewerbes teilzunehmen, stimmte ich spontan zu. Aus mehreren Gründen: Gerade für junge KünstlerInnen ist es so wichtig, dass es neben den großen musealen Playern Initiativen und Menschen gibt, die sie fördern, die an sie glauben und ihnen damit Zukunftsperspektiven geben.

Ich weiß noch sehr genau, wie ich selbst als junge Künstlerin Unterstützung und Anerkennung dieser Art gebraucht habe, um meinen Weg zu gehen. Dass ich nach Linz eingeladen wurde, freut mich ganz besonders, da ich selbst sechs Jahre lang an der Kunstuni Linz tätig war.

Insgesamt kann ich sagen, dass die eingereichten Arbeiten gut konzipiert, durchdacht und realisiert waren. Die konsequente Ausführung und Einfachheit vieler Arbeiten haben mich dabei besonders beeindruckt.

Die Fotografie befindet sich derzeit im Umbruch, Stichwort neue Medien, social media etc. Ihre Inszenierung findet von jedem und überall statt, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Umso wichtiger ist für das Medium Fotografie eine analytische, ernstzunehmende konzeptionelle Auseinandersetzung.

Die eingereichten Arbeiten sind diesem Anspruch in jeder Weise gerecht geworden. Der differenzierte künstlerische Zugang dieser jungen StudentInnen lässt auf eine spannende neue KünstlerInnengeneration hoffen.

mdot